Synagoge

Auf den ersten Blick erkennt man nicht, wie feinsinnig dieses Haus des Saarbrücker Architektenbüros Wandel, Hoefer, Lorch ist: 3.000 tonnenschwere Quader formen den 24 Meter hohen Beinahe-Würfel des 23 x 26 Meter großen fensterlosen Sakralbaus. Der massive Formstein erinnert an Sandstein – und an die Klagemauer Jerusalems. Der Kubus ist in sich gedreht – pro Steinlage um sechs Zentimeter. So kann trotz der nicht ganz korrekten Lage des Grundstücks der Kultraum der Synagoge nach Osten ausgerichtet sein. Ein Vorhang aus goldglänzendem Metallgewebe bildet diesen Kultraum und entspricht dem transportablen Stiftszelt für die Bundeslade, während die massive Außenwand den festgefügten salomonischen Tempel symbolisiert.

Die neue Dresdner Synagoge steht nahe der ursprünglichen Synagoge, die nach Entwürfen und unter Leitung Gottfried Sempers 1838 errichtet wurde. Die Nazis hatten sie 1938 am 9. November zerstört. 63 Jahre später, am 9. November 2001, wurde die neue Synagoge geweiht.

Das Eingangstor ist eine zweiflüglige Holztür von 2,2 Meter Breite und 5,5 Meter Höhe. Der vergoldete Davidstern über der (5,5 Meter hohen) Eingangstür ist das einzige gerettete Originalstück der Sempersynagoge. Der Dresdner Feuerwehrmann Alfred Neugebauer rettete ihn nach der Pogromnacht. Auch der Wahlspruch (in hebräisch) über dem Eingang erinnert an die alte Sempersynagoge: "Mein Haus sei ein Haus der Andacht allen Völkern".

Im Gemeindehaus gegenüber, das man über einen baumbestandenen Innenhof erreicht, gibt es neben Bibliothek und Gemeindesaal auch ein Café, in dem man koschere Weine und Gerichte erhält.


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Zuletzt geändert: 07.08.05